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Michael Vetter, geboren am 18.9.1943 in Oberstdorf im Allgäu, geht es mit Hilfe der verschiedensten Medien (Sprache, Malerei, Fotografie, Theater, Musik) um die Realisierung dessen, was er "Transverbal" nennt: Sprache ist Bewegung ist Musik. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Stimme als dasjenige Organ, das in Zusammenarbeit mit dem Ohr Bewegung aufs Spontanste, Gegenstandsloseste, Konkreteste und zugleich Differenzierteste musikalisch auszulegen und zu reflektieren versteht. Durch seine Kunst des Obertonsingens und seiner experimentellen Vokalimprovisationen erlangte er internationale Berühmtheit. Das DeutschlandRadio Berlin widmet viele Nachtstunden seinen Hör-Spielen, zuletzt seinen beiden Kammeropern "DuO - eine dialogische Passion" und "Die Gesetzestafeln", der musikalischen Landschaft "Sprechende Inseln in singendem Meer", dem transverbalen Mysterienspiel "Faust III" und der Vokalskulptur "Soto voce". Als improvisierender Interpret arbeitete er zusammen mit Komponisten wie Bussotti, Kagel, Ligeti, Stockhausen und Takemitsu.
Seine Werke als Maler begreift er selbst als "Schrift"Stücke. Der Dichter Helmut Heissenbüttel schrieb das Vorwort zu seinem zweibändigen grafischen Roman "Handbewegungen". Das Landesmuseum Münster stellte im Lichthof seinen "Cosmic Comic" aus. Für sein immer noch wachsendes "Buch der Zeichen" und dessen experimentelle Kalligrafie wurde ihm 1982 der Kunstpreis des japanischen Außenministeriums verliehen. In wandfüllenden Gemälden benutzt er das Spiel der Farben, um ein Miteinander unterschiedlicher instrumentaler Klangebenen zu versinnbildlichen.
Seine Bücher "Musik, "Die Psychologie der Seinserfahrung" und "Pianissimo" leiten auf poetische Weise dazu an, die Welt als "Lied" zum Singen, als "Gedicht" zur Sprache zu bringen. Als eine "Geschichte der Entdeckung der Gegenstandslosigkeit" beschreibt er den gerade entstandenen (noch unveröffentlichten), durch und durch witzigen autobiografischen Roman "Lauf, was du kannst."
Michael Vetter, der dreizehn Jahre weitgehend als Zenmönch in Japan verbrachte und dort mit seinem Buch "shijima no oto" ("des Schweigens Ton") eine neue revolutionäre Beziehung von künstlerischer Avantgarde und (Zen-)Meditation herstellte, lebt heute die meiste Zeit zurückgezogen malend, schreibend und gärtnernd inmitten seines Olivenhaines auf dem Monte Amiata. 1991 gründete er hier die Accademia Capraia, eine nach seinen Konzepten arbeitende "Schule der Lebenskunst", die er zugleich zu einer Heimstatt seiner ihm liebsten Bilder und Skulpturen einrichtete.






Natascha Nikprelevic, seine engste Mitarbeiterin, spielte mit neunzehn Jahren im Healing Theatre Köln 1995 in einer Inszenierung von Hölderlins Empedokles auf höchst ausgefallene Weise als Doppelrolle Panthea und Pausanias. Im gleichen Jahr am gleichen Ort lernte sie Michael Vetter kennen, während er als Trilogie sein Schau-Spiel "Faltenwürfe" ("die Betuchten") inszenierte. 1996 begann sie im Sommer mit dem Studium experimenteller Vokalmusik an der Accademia Capraia und besetzt dort seit 2002 eine Assistenten-Stelle.
Bereits seit 1996 bezieht Michael Vetter sie regelmäßig als Tänzerin, Rezitatorin und Sängerin in seine Konzerte ein. Unter ihrer Mitwirkung entsteht aus seiner "Missa Universalis" die "Missa Dialogica". In den beiden vom DeutschlandRadio produzierten Kammeropern ("DuO"; "Gesetzestafeln") übernimmt sie die Rolle des transverbalen Dialogpartners. Auf dem Jooksan Festival in Korea tanzte und sang sie 1999 mit Vetter zusammen sein musikalisches Theater "Weiße Linie auf weißem Grund", studierte für die Expo 2000 in Hannover mit einem russischen Jugendchor die Ensembleversion seines "Faust III" ein und realisierte im Dezember 2001 die Uraufführung seines ihr gewidmeten musikalischen Theaters "allEin". Joachim Ernst Berendt, der sie in sein letztes großes Hörwerk einband, schätzte sie als "beste ihm bekannte Obertonsängerin".
Neben ihrer konzertanten Partnerschaft mit Michael Vetter hat Natascha Nikprelevic sich zur Aufgabe gestellt, als Solistin und Leiterin unterschiedlichster Ensembles sein theatral-musikalisches Werk auf die Bühnen zu bringen. Gerade arbeitet Michael Vetter unter dem Titel "Projektionen" an einem Zyklus improvisatorischer Opern, der unter ihrer gemeinsamen Leitung inszeniert werden wird.


Schwarz-weisse Kalligrafien und Zeichnungen aus:

Michael Vetter: MUSIK (Verlag Via Nova)"

Michael Vetter: Graf Fitti und seine Buchstabienchen (Vetter-Verlag)

Kontakt Michael Vetter:

(+49) (0) 171 75 30 193

Email: zen@vetter-transverbal.de

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